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WIRTSCHAFTLICHE LEBENSPLANUNG | WLP®
Über die Notwendigkeit von Testamenten
In den kommenden Jahren wird Vermögen beträchtlichen Ausmaßes an die nächste Generation vererbt. Umso erstaunlicher ist die vermeintliche Sorglosigkeit vieler Menschen, wenn es um die Regelung Ihres Nachlasses geht. So hat lediglich jeder fünfte Erblasserhaushalt überhaupt einen letzten Willen formuliert. Viele dieser Testamente sind wiederum unklar, widersprüchlich, sinnwidrig oder ... mehr

 

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Damit ein Unfall nicht Ihr Vermögen kostet
Die Motivlage bei dem Aufbau eigenen Vermögens ist vielschichtig. Mancher mag bei dem Begriff VERMÖGENSBILDUNG zuerst an die Erfüllung eines lang gehegten Traums denken, andere sind sich der Tatsache bewusst, dass ohne die rechtzeitige Planung und Steuerung der eigenen finanziellen ... mehr

 

 

 

 

 

 

Über die Notwendigkeit von Testamenten

von Dr. Philipp Jess

Januar 2016
In den kommenden Jahren wird Vermögen beträchtlichen Ausmaßes an die nächste Generation vererbt. Umso erstaunlicher ist die vermeintliche Sorglosigkeit vieler Menschen, wenn es geht um die Regelung Ihres Nachlasses geht. So hat lediglich jeder fünfte Erblasserhaushalt überhaupt einen letzten Willen formuliert. Viele dieser Testamente sind wiederum unklar, widersprüchlich, sinnwidrig oder gar gänzlich unwirksam. Folgerichtig ist schon heute jede dritte Erbschaft Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung; Tendenz steigend.

Dabei ist die erbrechtliche Gestaltung Ausdruck gelebter Verantwortung gegenüber der nach-folgenden Generation aber auch gegenüber der eigenen Lebensleistung. Durch Fleiß und Gewissenhaftigkeit hat die heutige Erblassergeneration ihr Vermögen erwirtschaftet - mit der gleichen Sorgfalt sollte schließlich der Übergang des Vermögens geplant werden, um selbiges zu sichern und Streit zwischen den Erben vorzubeugen. Bei diesem Unterfangen sind die Gestaltungsmöglichkeiten jedoch ebenso zahlreich wie die denkbaren Fallstricke.

Irrtümer, die Sie meiden sollten:

1. Bei meinen Vermögensverhältnissen brauche ich kein Testament.

Irrtum. Die Frage nach der Notwendigkeit eines Testaments hat nur bedingt mit der Größe des Nachlasses zu tun. Immer dann, wenn der Erblasser keine letztwillige Verfügung getroffen hat, findet die gesetzliche Erbfolge Anwendung. So sollte sich ein jeder fragen, ob die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs den eigenen Wünschen und Vorstellungen in hinreichender Weise Rechnung tragen; dies wird nur äußerst selten der Fall sein.

Ein Testament geht der gesetzlichen Erbfolge stets vor. Durch ein Testament kann der Erblasser die spätere Aufteilung seines Vermögens aktiv gestalten und somit neben den gesetzlichen Erben auch Freunde oder Organisationen begünstigen, die ihm zu Lebzeiten etwas bedeutet haben.

2. Über ein Testament muss ich mir erst im Alter Gedanken machen.

Irrtum. Gerade jüngere Menschen sollten sich über die denkbaren Auswirkungen der gesetzlichen Erbfolge im Klaren sein. Ein Testament ist schließlich ein wesentlicher Baustein der Vorsorge für den Partner und die Kinder.

Kinderlose Ehepaare glauben oftmals, sie würden einander alleinig beerben; diese Annahme ist falsch. Neben dem Ehepartner erben nämlich auch die Eltern und Geschwister des Verstorbenen.

Ungleich gravierender sind die Konsequenzen bei unverheirateten, kinderlosen Paaren. Hier hat der Lebenspartner keinerlei gesetzlichen Anspruch auf Teilhabe am Nachlass.

Geradezu obligatorisch ist die Abfassung eines Testaments zum Schutz minderjähriger Kinder. Für den Fall, dass beide Elternteile versterben, kann eine vertraute Person zum Vormund benannt werden. Sicherlich, auch ohne die Benennung eines Vormundes werden sich regelmäßig Menschen finden, die sich der Kinder annehmen. Ob es sich hierbei jedoch stets um Personen handelt, die zu Lebzeiten der Eltern deren uneingeschränktes Vertrauen genossen haben, dürfte indes fraglich sein.

3. Meine Erben werden sich schon nicht streiten. Da denke ich positiv.

Hoffentlich kein Irrtum. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass ungeordnete Erbschaften einen geradezu idealen Nährboden für handfeste Streitigkeiten bilden. Streitigkeiten, die auch in einem scheinbar stabilen Familienverbund allzu oft zu endgültigen Zerwürfnissen führen.

Sind mehrere Erben vorhanden, führt die gesetzliche Erbfolge zwangsläufig zu einer Erbengemeinschaft. Wesen und gleichzeitig Gefahr der Erbengemeinschaft ist, dass keiner der Erben allein über den Nachlass verfügen kann, der Nachlass jedoch früher oder später auseinandergesetzt werden muss. Sofern unter den Erben dann keine Einigkeit über die Verteilung erzielt wird, führt dies nicht selten zur zwangsweisen Versteigerung unteilbarer Vermögenswerte; etwa des Familienwohnheims.

4. Ich verschenke mein Vermögen schon zu Lebzeiten. Mein Steuerberater sagt, das sei problemlos und sinnvoll.

Irrtum. Ungeachtet der denkbaren Vorteile einer steueroptimierten Vermögensübertragung sollten Erblasser zu allererst an Ihre eigene Absicherung und Versorgung im Alter denken. Wer dennoch zu Lebzeiten Vermögen übertragen möchte, sollte sich vergegenwärtigen, dass es sich bei einer Schenkung nicht um eine einseitige Erklärung des Schenkers, sondern um einen gegenseitigen Vertrag mit dem Erfordernis der Beurkundung handelt; verbunden mit merklichen Notargebühren. Schenkungen, deren Größenordnung die Freibeträge übersteigen sind zudem steuerpflichtig.

Ferner setzt das Pflichtteilsrecht enger Familienangehöriger Grenzen der Verfügungsfreiheit über das eigene Vermögen. Diese sind Inhaber eines Rechts, das ein Mindestmaß der Teilhabe an dem Nachlass gewährleistet. Die lebzeitige Übertragung von Vermögen kann damit zur Folge haben, dass sich der Beschenkte nach dem Tod des Schenkers plötzlich mit Ansprüchen der Pflichtteils-berechtigten konfrontiert sieht.

5. Ich habe bereits ein Testament. Das wird schon seine Richtigkeit haben.

Vielleicht ein Irrtum. Die Wirksamkeit eines Testaments unterliegt nur wenigen formellen Voraussetzungen; diese sind indes zwingend. So ist die eigenhändige letztwillige Verfügung gänzlich handschriftlich abzufassen und – bei gemeinschaftlichen Testamenten - von beiden Ehepartnern gesondert mit vollständigem Vor- und Zunamen zu unterschrieben.

Bestehende Testamente sollten ferner einer regelmäßigen Inhaltskontrolle unterzogen werden. Die erneute Auseinandersetzung mit dem letzten Willen führt dabei nicht selten zu interessanten Erkenntnissen. Manch einer wird feststellen, dass der zum Alleinerben eingesetzte Ehepartner mittlerweile der Ex-Partner ist, der Steuerberater, einst letztwillig zum Testamentsvollstrecker bestimmt, nicht mehr unter den Lebenden weilt oder bedachte Angehörige auf sonderbare Abwege geraten sind.

Ein fortwährender Diskurs, das Erforschen des tatsächlich Gewollten und die Überprüfung der rechtlichen Machbarkeit sind auch bei einem bestehenden Testament dringend zu empfehlen.

Fazit

Wer sorgsam und umsichtig die Überleitung von Vermögen gestaltet, bietet die beste Gewähr für den Erhalt des Familienvermögens und den gedeihlichen Fortbestand der Familie. In Ansehung der Vielzahl denkbarer Problemstellungen ist die Inanspruchnahme anwaltlicher Beratung nicht nur lohnend, sondern oftmals unerlässlich.

Dr.Philipp Jess, Rechtsanwalt

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Schnuller, Schultüte, Sparplan!

von Mathias Güthe

Juli 2017
Sparen klingt langweilig; daran ändert auch die ungebrochene Kreativität von Banken und Versicherungen wenig, die inbrünstig das Mäusekonto oder den Biene-Maja-Schutzbrief an die minderjährige Klientel bringen.

Dessen ungeachtet ist die Notwendigkeit zum frühzeitigen ratierlichen Vermögensaufbau unstreitig. Während sich der Großteil der heutigen Ruheständler über vergleichsweise üppig dimensionierte Altersbezüge freuen darf, herrscht unter vielen Jungen angesichts der Aussicht auf allenfalls homöopathisch bemessene staatliche Renten im Wesentlichen Resignation. Der demographische Wandel ist ein Faktum, das selbst Donald Trump nicht in Frage stellt. Der vielbemühte Generationenvertrag ist ex post eher eine einseitige Willenserklärung der Nachkriegsgeneration, die die Früchte der von Ludwig Ehrhard postulierten sozialen Marktwirtschaft erntet, während sich der Terminus „Altersarmut“ fest in dem Wortschatz der nachfolgenden Generationen verankert hat.

Mit welchen Geldanlagen soll man sparen?

Diesen Umstand hat selbst die Politik erkannt und durch steuerliche Privilegien privaten Vorsorgeinstrumenten den Weg geebnet, denen eines gemein ist: sie sind allesamt untaugliche Rohrkrepierer. Riester- und Rürup-Rente haben allenfalls den Vorständen großer Versicherungs- vertriebe ein breites Lächeln ins Gesicht gezaubert – die Sparer gucken im Hinblick auf der immensen Kosten allerdings in die Röhre.

Der langjährige Klassiker, das Sparbuch, ist angesichts von Nullzinsen heutzutage ebenfalls keine sinnvolle Alternative mehr. Gleiches gilt für die einst recht beliebte Ausbildungsversicherung; deren Kosten sind unverändert hoch, während die Verzinsung dramatisch gesunken ist.

Also doch lieber ein Bausparvertrag? Nein. Die mit einem Bausparvertrag erkaufte Aussicht auf einen zinsgünstigen Baukredit ist - betrachtet man die hohen Abschlusskosten und die geringe Verzinsung - angesichts der ohnehin geringen Bauzinsen heute nicht mehr viel wert.

Was bleibt sind Sachwerte wie etwa Aktien. Und wer jetzt reflexhaft „zu riskant“ einwirft, dem sei gesagt, dass eine beispielhafte Anlage in deutsche Blue Chips in den vergangenen 40 Jahren bereits nach 13 Jahren Anlagedauer immer Gewinne erzielt hat; trotz aller Finanzkrisen und ungeachtet des Einstiegs-zeitpunkts. Wer sein Anlageportpolio darüber hinaus inhaltlich und geographisch noch diversifiziert, der wird das Risiko temporärer Rücksetzer nochmals deutlich senken.

Der Cost-Average-Effekt

Der vermeintliche Malus der volatilen Wertpapieranlage verkehrt sich im Rahmen eines Sparplans in einen Bonus. Verantwortlich hierfür ist der sogenannte Cost-Average- oder Durchschnittskosten-Effekt. Anleger, die im Rahmen der Altersvorsorge monatlich die gleiche Summe investieren, kaufen bei niedrigen Börsenkursen mehr Anteile als bei hohen und senken so den durchschnittlichen Einstandspreis und steigern damit die Rendite.

Der Vorteil eines Sparplans leuchtet unmittelbar ein: Wer regelmäßig eine feste Summe in ein Wertpapier investiert, braucht sich keine Gedanken über den richtigen Einstiegszeitpunkt zu machen; auch muss er Kursschwankungen nicht fürchten. Denn er investiert automatisch antizyklisch: Sind die Kurse im Keller, kauft er vergleichsweise viele Anteile, bei hohen Preisen indes nur wenige Papiere. Dadurch liegt der durchschnittliche Kaufpreis der Anteile über den gesamten Investitionszeitraum unterhalb des durchschnittlichen Kurses. Je stärker ein Wertpapier dabei schwankt, desto größer der Effekt.

Wer beispielsweise seit Anfang 2008 monatlich eine feste Summe in den Dax investiert hat, der hat in der Finanzkrise weitaus weniger verloren als derjenige, der die gesamte Anlagesumme Anfang 2008 in den Index angelegt hat. Selbst für lange Zeiträume haben Mathematiker zudem nachgewiesen, dass das temporäre Verlustrisiko eines Sparplan-Investments deutlich niedriger ist, als das einer Einmalanlage.

Einfacher Einstieg

Der Einstieg in den ratierlichen Vermögensaufbau ist denkbar einfach. So können Eltern und Großeltern schon ab 100,00 EUR monatlich für die (Enkel-) Kinder einen entsprechenden Sparplan einrichten. Zudem müssen die Eltern und Großeltern noch die Frage beantworten, ob die Geldanlage auf ihren Namen oder den Namen des Kindes lauten soll. Im letzteren Fall bleiben Erträge von rund 9.600,00 EUR im Jahr steuerfrei; dies kann mit einer sogenannten NV-Bescheinigung vom Finanzamt sichergestellt werden.

Diese Variante hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Mit der Volljährigkeit wächst dem Kind die alleinige Verfügungsbefugnis über das Depot zu. Mit anderen Worten: im schlimmsten Fall müssten Eltern und Großeltern mit ansehen, wie Filia oder Filius das bis dato erwirtschaftete Vermögen in einen flotten Sportwagen investieren, statt es zweckgebunden für die spätere Altersversorgung einzusetzen.

Somit mag es vorteilhaft sein, wenn Eltern und Großeltern zugunsten des Kindes im eigenen Namen investieren. Damit sind sie weiterhin Eigentümer des erwirtschafteten Vermögens und können so die gewünschte Verwendung des eingezahlten Geldes bis auf weiteres gewährleisten.

In der Ruhe liegt die Kraft

Das Durchhaltevermögen von Sparern, die ratierlich in Wertpapiere investieren, wurde in der Vergangenheit mit überaus ansehnlichen Renditen belohnt. Wer also kontinuierlich über einen langen Zeitraum spart, kann somit trotz vergleichsweise geringen Beträgen ein erhebliches Vermögen erwirtschaften – und das quasi nebenher.

Dabei ist ein Sparplan nicht nur kostengünstig, sondern auch ohne jegliche Verpflichtung; Zahlungen können jederzeit ausgesetzt, auf die angesparte Summe kann jederzeit zugegriffen werden. Es ist gerade diese Mischung aus Selbstverpflichtung und Flexibilität, die neben den hervorragenden Renditeaussichten den Reiz dieser Art des Vermögensaufbaus ausmacht.

Mathias Güthe

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Damit ein Unfall nicht Ihr Vermögen kostet

von Lasse Körner

Juli 2015
Die Motivlage bei dem Aufbau eigenen Vermögens ist vielschichtig. Mancher mag bei dem Begriff VERMÖGENSBILDUNG zuerst an die Erfüllung eines lang gehegten Traums denken, andere sind sich der Tatsache bewusst, dass ohne die rechtzeitige Planung und Steuerung der eigenen finanziellen Situation der gewünschte Lebensstandard in der Zukunft vielleicht nur mit Mühe aufrecht zu erhalten sein wird. Andere wiederum sind bestrebt, für ihre Familie ein solides finanzielles Fundament zu errichten und das erwirtschaftete Vermögen weiterzugeben.

Die Fähigkeit, den Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit in die Tat umzusetzen, hängt maßgeblich von der Möglichkeit ab, die erforderlichen finanziellen Mittel aus eigener Arbeitskraft heraus erwirtschaften zu können. Die Absicherung der finanziellen Ertragskraft mittels geeigneter RISIKOVORSORGE – wie beispielsweise einer Krankentagegeld- oder Berufsunfähigkeitsversicherung – sollte also selbstverständlich sein.

Der Wert von Vorsorge

Dass eine Beeinträchtigung der eigenen Arbeitsfähigkeit trotz vorhandener Vorsorge dennoch mit einem Verzehr des eigenen Vermögens einhergehen kann, erschließt sich oft erst auf den zweiten Blick. Denn selbst wenn der Einkommensverlust durch die zuvor genannten Absicherungsmaßnahmen aufgefangen wird, können je nach Einzelfall erhebliche Deckungslücken entstehen; beispielhaft seien hier eigenverschuldete Unfälle genannt. Die Tagespresse liefert fortwährenden Anschauungsunterricht für Unfallursachen und deren mögliche Folgen. Neben der großen emotionalen Belastung der Angehörigen können im Risikofall erhebliche finanzielle Aufwendungen die unvermeidbare Folge sein. Die Notwendigkeit, eigenes Vermögen (so vorhanden) einzusetzen vorausgesetzt, kann also bei derartigen Szenarien zum (vollständigen) Vermögensverzehr führen - selbst dann, wenn das Einkommen abgesichert wurde.

Vermögensverzehr abwenden

Der Gefahr des Vermögensverzehrs im Fall unfallbedingter Invalidität lässt sich durch die Auswahl geeigneter RISIKOVORSORGE in Form einer Unfallversicherung bequem und kostengünstig entgegenwirken.

Auf der Suche nach geeignetem Versicherungsschutz ist zunächst zu prüfen, ob genau solche Inhalte den Vertrag bestimmen, die dem persönlichen Bedarf entsprechen. So benötigen Mediziner beispielsweise einen Versicherungsschutz, der dem Berufsbild durch die Vereinbarung von Leistungserweiterungen wie etwa der Mitversicherung von Infektionskrankheiten gerecht wird.

Bedarfsgerechte Lösungen

Dem Ratsuchenden wird von Seiten der Versicherungswirtschaft eine schwer zu durchschauende Vielfalt an Produkten angeboten, deren Nutzen oftmals fragwürdig ist. So wundert sich der Betrachter über manche Zusatzvereinbarung, die das Kernziel einer Unfallversicherung, nämlich die Bereitstellung einer Kapitalleistung bei dauerhafter Invalidität des Versicherten, unnötig verwässert. Dementsprechend sollten Angebote kritisch geprüft und auf ihren tatsächlichen Zweck reduziert werden.

Auch wenn die Höhe der von dem Versicherer zu erbringen Kapitalleistung von der gewählten Versicherungssumme und von dem ärztlich festgestellten Grad der Invalidität abhängt und damit die endgültige Leistungssumme nicht von vornherein bestimmbar ist, kann der Versicherte gleichwohl durch die richtige Gestaltung des Vertrages Einfluss auf die Tragfähigkeit des Absicherungskonzepts nehmen.

Vielfach werden zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses jedoch Versicherungssummen festgelegt, die im Leistungsfall den tatsächlichen Bedürfnissen des Versicherten nicht gerecht werden und daher den Einsatz eigenen Vermögens erforderlich werden lassen.

Auch sollte darüber nachgedacht werden, Familienangehörige in die RISIKOVORSORGE mit einzubeziehen und nicht nur denjenigen abzusichern, von dessen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit die Familie maßgeblich abhängig ist.

Am Markt erhältlich sind vielfach Verträge, die eine Beitragsrückgewähr nach Ablauf der Versicherung zusagen. Hierbei handelt es sich schlicht um eine Kombination von Risikotragung + Kapitalansammlung. Das Ziel der Invaliditätsabsicherung ist jedoch nicht der Vermögensaufbau, sondern die Absicherung eines existenziellen Risikos. Auf den in diesem Fall überflüssigen Sparvertrag kann nicht zuletzt aus Gründen der Beitragsersparnis getrost verzichtet werden.

Auch bereits vorhandene Verträge sollten einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen werden. Einige Versicherer beispielsweise schränken die Leistung für Versicherte, die das 65. Lebensjahr erreicht haben, deutlich ein. So wird die Versicherungsleistung bei einigen Anbietern entweder verrentet oder es werden hohe Beitragsaufschläge verlangt, um einen bestehenden Vertrag aufrecht zu erhalten.

Fazit

Beitragsstruktur, Bedingungswerk und Kapitalstärke des Versicherers sind wichtige Kriterien zur Beurteilung der Qualität einer privaten Unfallversicherung. Durch die zusätzliche Analyse des persönlichen wirtschaftlichen Umfelds des Mandanten lassen sich außerdem wesentlich bedarfsgerechtere Konzepte gestalten, als dies etwa über den bloßen Vergleich unterschiedlicher Versicherer möglich ist.

Lasse Körner

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